Beatrix von Storch: ‚House of One‘ – Auch bei einem ,Friedenssymbol‘ ist gut gemeint nicht gut gemacht

Berlin, 27. Mai 2021. Heute erfolgte in Berlin die Grundsteinlegung für das von Bund und Berliner Senat mit 30 Millionen Euro geförderte „House of One“ der Religionen. Die Muslime werden dabei von Kadir Sanci vertreten, Imam beim „Forum Dialog“; dabei zählen von den etwa 250.000 Muslimen in Berlin nur etwa 5.000 Menschen zu dieser Gemeinschaft. Das „Forum Dialog“ stammt aus der türkischen konservativ-islamischen „Gülen“-Bewegung.

Vor drei Jahren nahmen die „Dialog“-Repräsentanten für ihr Bauprojekt indirekt Gelder im sechsstelligen Bereich aus dem Emirat Katar an. Der Staat am Persischen Golf fördert radikal-islamistische und terroristische Gruppen wie die Muslimbruderschaft und die Hamas. Der Kommentar von Kadir Sanci zu dieser Finanzierung: „Da dürfen wir nicht pauschal etwas ablehnen, wir müssen es mal versuchen.“

Der Berliner Senat hat der Stiftung das Grundstück für einen Euro per Erbpacht für 99 Jahre übertragen. Als Konsequenz zog sich die Unternehmerin Catherine Dussmann zurück – sowohl aus dem Projekt als auch aus der Stiftung. Dussmann begründete ihren Schritt mit der „polarisierenden Präsenz“ des muslimischen Trägervereins, mit der Beteiligung der Gülen-Bewegung und mit der Tatsache, dieses sei „zu wenig, um islamische Gläubige in Deutschland insgesamt anzusprechen“. Die gleichen Vorwürfe kamen auch von evangelischer Seite: Friedmann Eißler, Islam-Referent in der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin, kritisierte die „religiöse, hierarchisch organisierte Struktur“ der Gemeinde, die ein „konservatives, türkisch-nationalistisches Islamverständnis verbreiten will“.

Beatrix von Storch, stellvertretende Bundessprecherin, erklärt anlässlich der feierlichen Grundsteinlegung des Berliner „House of One“:

„Echter religiöser Dialog ist zu begrüßen. Beim Berliner „House of One“ scheint die gute Absicht aber fehlzugehen, wenn das Geld von den Hamas-Finanzierern aus Katar in so ein Projekt fließt.

Zudem drängt sich die Frage auf: Wieso ist ausgerechnet bei so einem hervorgehobenen Projekt nur eine äußerst kleine Gruppe wie das „Forum Dialog“ als Vertreter der Muslime dabei? Das „Forum Dialog“ zählt in Berlin gerade einmal rund 5.000 Anhänger – bei einer geschätzten Zahl von 250.000 Muslimen in der Hauptstadt. Wen beansprucht das „Forum Dialog“ im „House of One“ denn zu vertreten?

Alles in allem erscheint das Projekt zwar gut gemeint, aber nicht gut gemacht zu sein. Echter Dialog geht anders.“

(Quelle)