Skandalurteil in Kleve: Gericht reduziert Strafe für Totraser drastisch

😰⚖️ Ein neuer Fall von deutscher Kuscheljustiz? Statt lebenslang wurde die Strafe gegen den Totraser Kushtrim H. stark reduziert. In erster Instanz war der aus dem Kosovo stammende H. noch wegen Mordes schuldig gesprochen worden.

Der zur Tatzeit 22 Jahre alte Kushtrim H. war 2019 mit einem 600 PS starken Wagen mit bis zu 167 Kilometern pro Stunde durch ein Wohngebiet (Tempolimit 50) in Moers gerast, weil er sich mit einem anderen Beteiligten ein illegales Autorennen lieferte. Als eine unbeteiligte Mutter zweier Kinder mit ihrem Kleinwagen aus einer Seitenstraße kam, konnte der Mann nicht mehr bremsen, rauschte in den Wagen. Die Fahrerin starb laut Gericht an den Hirnschäden als Folge des Aufpralls

Unmittelbar nach dem Unfall, denn er nahezu unverletzt überstand, flüchtete Kushtrim H. in eine Teestube und wechselte dort die Kleidung, um nicht erkannt zu werden. Erst fünf Tage nach dem Crash stellte er sich der Polizei. Aus Sicht des Strafverteidigers ein „normaler Fluchtreflex“.

👨‍⚖️ Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das Mordurteil jedoch aufgehoben, weil die Richter nicht genügend Belege dafür gesehen hatten, dass der Mann vorsätzlich gehandelt hatte. Der BGH hatte auf eine Aussage des Angeklagten verwiesen, dass er auf einer gut einsehbaren Vorfahrtsstraße unterwegs gewesen sei und deshalb darauf vertraut habe, dass es zu keinem Unfall kommen werde. Diese Aussage habe das Gericht bei seinen Überlegungen zu einem bedingten Tatvorsatz nicht ausreichend gewürdigt.

Das Landgericht folgte dieser Ansicht, was von den Angehörigen des Angeklagten im Gerichtssaal lautstark bejubelt wurde. Eine Angehörige der verstorbenen Mutter soll in Tränen ausgebrochen sein. Die Staatsanwaltschaft will nun ihrerseits in Revision gehen.

 Es ist kaum ein Zufall, dass die deutsche Justiz zunehmend in Verruf gerät, weil sie es nicht mehr vermag, in derart schweren Fällen für Gerechtigkeit zu sorgen. Zwei Kinder und ein Mann haben ihre Mutter und Ehefrau verloren und der Täter kann mit einer geringen Strafe rechnen, weil er trotz seines gemeingefährlichen Verhaltens davon ausging, dass schon kein Unfall passieren würde.

Es bleibt zu hoffen, dass die Revision der Staatsanwaltschaft Erfolg hat und der Täter einer gerechten Strafe zugeführt wird, damit dieses Urteil nur eine beschämende Zwischenepisode bleibt.

Ausführliche Schilderung des Tathergangs und des Prozesses:
➡️ https://bit.ly/2SndpHH

Weitere Quellen:
➡️ https://bit.ly/3wd0N4H
➡️ https://bit.ly/2TiNFfO

(Quelle)