Röttgen spricht sich für Linksrutsch und Inhaltsleere der CDU aus

Norbert Röttgen, selbsternannter neuer richtunggebender CDU-Chef in spe, hat vorgestern im heute-journal eine Kostprobe seiner Einsichten offeriert – dass die CDU nämlich keine Richtung haben dürfe und von geradezu ultimativer Modernität und Mittigkeit nur so strotzen müsse: „Die CDU darf keine Richtungspartei werden … Das muss eine moderne Mitte für eine moderne Gesellschaft sein … Wenn wir eine Rechtsverschiebung erleben würden, dann würden wir den anderen Parteien (SPD, Grüne, FDP) freien Raum lassen, … uns zu verdrängen“. Aus Röttgen, der zur Pizza-Connection gehörte, spricht der final verinnerlichte Merkelismus. Er hat offenkundig nicht verstanden, dass die *gegenwärtige* CDU in Wahrheit schon *gar keine* Stimmen mehr bekommt (was sie haben, sind nur Traditions-Stimmen, die nicht wissen, wen sie da eigtl. inzwischen wählen); der Grund ist gerade – in eklatantem Kontrast zu seinen Überlegungen – , dass sie den Ort der linken Parteien zu bespielen versuchen, wo für sie neben SPD, Grünen, FDP und Linken gar kein Ort mehr ist; m.a.W.: Die CDU hat sich so hoffnungslos verirrt, dass sie noch nicht einmal weiß, was sie eigentlich falsch gemacht hat. Nach 16 Jahren Kuschelkurs mit Rot-Rot-Grün diagnostiziert man stattdessen, dass man einem gefühlten grünen Zeitgeist noch mehr hinterherlaufen muss, um vielleicht ein paar Mitleidswähler von dort zu gewinnen. Hier verrät sich ein Selbstverständnis, als selbsterklärte Staatspartei tatsächlich doch nur auf lethargische Gewohnheitswähler zu setzen, während man selbst nicht mehr weiß, warum es einen überhaupt noch geben soll. So wundert es auch nicht, wie hilflos die Union auf Rezo, FfF oder den universitären Neomarxismus (etwa in den Genderwissenschaften) reagiert. Rezo muss den CDU-Granden wie Friendly Fire vorgekommen sein, nachdem Merkel doch jahrelang Linkspresse, SPD und Grünen jeden Wunsch von den Lippen abgelesen hatte, um potentielle Wahlkampfthemen abzuräumen, statt eigene Positionen zu definieren und zu verteidigen. Die CDU kopiert linke Politik und garniert diese mit Begriffen wie ’solide und seriös‘, ‚Maß und Mitte‘, ‚ordnen und steuern‘: indem man der illegalen Einwanderung solche Attribute zugesellte, sollte der Anschein von Solidität erweckt werden. ‚Mitte‘ ist tatsächlich hier aber nur ein anderes Wort für Inhaltsleere. Der fehlende Gestaltungswille der Union, unter Merkel von der Not zur vermeintlichen Tugend erhoben, führte zu der von Röttgen ausgegebenen Politstrategie: Die Politik wird von den anderen vorgegeben und die Union sortiert sich dann in der Mitte ein. Aber die Mitte von unsinnigen politischen Positionen (wie etwa jetzt bei den Ampelgesprächen diskutiert) ist immer noch Unsinn. Wer führen will, muss auch selbst sagen können, wohin er will. Röttgen selbst spart inhaltliche Themen aber einfach komplett aus, um deretwillen er Parteivorsitzender werden wolle: er wartet offensichtlich noch, was die anderen sagen, um daraus dann den Mittelwert zu bilden. Tatsächlich ist es so, dass gerade weil die CDU/CSU ihre ehemaligen (auch damals nur halbherzig vertretenen) Positionen geräumt hat, die linken Parteien gestärkt wurden: je mehr die Union sich den Grünen angedient hat, desto stärker wurden diese – und die linksgrünste Union aller Zeiten hat das mit Abstand schlechteste Wahlergebnis eingefahren. Als die AfD entstand, sah die Union die Gelegenheit zu beweisen, dass man zu den Guten gehört, und drosch fleißig auf die AfD ein, auch wenn diese Positionen vertrat, die die CDU selbst in den 90ern noch vertreten hatte (etwa bei der Drittstaatenregelung oder dem Verbot einer EU-Transferunion); der Wunsch nach Diskreditierung eines politischen Mitbewerbers auch um den Preis der politischen Verleumdung tat ein übriges. Mit Merkels Politik der offenen Grenzen sah man dann Gelegenheit, weiter Glaubwürdigkeit beim linken Establishment zu gewinnen. Auch von den jetzt gehandelten Kandidaten für den CDU-Vorsitz hat damals keiner prinzipielle Kritik geübt. Gleichermaßen zeigt sich auch in Fragen EU und Geldpolitik niemand in diesem Wettlauf unter Lahmen willens, für die Interessen der Deutschen auch bei Gegenwind einzutreten. Die Entschuldung des von Frankreich angeführten Südeuropablocks über Inflation und Negativzinsen – auf Kosten der Deutschen Sparer ! – scheint ausgemachte Sache zu sein. Die AfD ist nicht verbraucht und diskreditiert wie die alte Union: während diese die Zielvorstellungen von RRG bejaht (immer engere EU-Transferunion, Auflösung einer spezifischen deutschen Identität im Sinne eines globalen Einheitsmenschen, Beförderung von Migration nach Deutschland wie im Compact for Migration, Ausnutzung der Klimafrage zum sozialistischen Wirtschaftsumbau), will die AfD gegenüber der schleichenden Aushöhlung Deutschlands nicht nur hinhaltenden Widerstand leisten, sondern dafür sorgen, dass die Deutschen wieder Mut zur eigenen Freiheit haben.



(Quelle)