Opfervertretung Vergewaltigung nach Kaiserschnitt – Täter zu 1 Jahr u 9 Monaten auf Bew verurteilt

„Vor dem Emmendinger Amtsgericht ist der Prozess gegen einen 40-Jährigen fortgesetzt worden, der im Sommer 2016 seine ehemalige Lebensgefährtin kurz nach der Geburt ihres gemeinsamen Kindes in der gemeinsame Wohnung in einer Kaiserstuhlgemeinde vergewaltigt haben soll. Am zweiten Prozesstag haben die Aussagen der Eltern der Frau und einer weiteren Zeugin Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Mannes aufkommen lassen. Auch ihr sei der Mann anfangs sehr sympathisch gewesen, beschrieb die 71-jährige Mutter vor Gericht den damals neuen Partner ihrer Tochter. Das habe sich aber sehr schnell geändert. „Er hat mehrere Gesichter“, sagte die Mutter. Schnell habe sich gezeigt, dass der Mann sehr aufbrausend, aggressiv und wankelmütig sein könne und es mit der Wahrheit nicht so genau nehme. „Er hat was erzählt und am anderen Tag war’s anders“, sagte die Mutter. Die Situation im Elternhaus der Klägerin muss alles andere als konfliktfrei gewesen sein, auch wenn sich alle Beteiligten anfangs noch große Mühe gaben. Die junge Frau war, nachdem sie schwanger wurde und nach Abschluss ihres Studiums keine Arbeit gefunden hatte, an den Kaiserstuhl zu ihren Eltern zurückgekehrt – auch weil der Vater ihres Kindes sich zu dieser Zeit mehrere Monate in Afrika aufhielt. Erst etwa einen Monat vor der Geburt kam der Nigerianer zurück, das Flugticket zahlten die Schwiegereltern. Die Mutter half nach der Geburt aus, kochte Essen oder man aß gleich in der elterlichen Wohnung. Der Vater brachte den Mann im örtlichen Fußballverein unter und half ihm bei der Anerkennung seines Führerscheins. Doch aus dem Obergeschoss hörten die beiden zunehmend Streitereien, Beschimpfungen, laute Diskussionen, Lärm. Selbst die Nachbarn hätten gefragt, warum da immer so ein Geschrei sei, sagte der Vater. Als ein „Ich-Mann“, der nur an sich selbst denke, habe sich der Mann erwiesen, urteilte der Vater. Er habe sich kaum um das Kind und den Haushalt gekümmert, bestätigte die Mutter. Auch eine besondere Religiosität sei ihr nicht aufgefallen. Einmal habe ihre völlig aufgelöste Tochter sie hochgerufen und ihr ein blutbeflecktes Spannbetttuch gegeben. „Kannst Du mir das einweichen?“, habe die Tochter gebeten. Das sei ihr zu diesem Zeitpunkt komisch vorgekommen, sie habe immer die Wäsche gemacht, zuvor sei ihr nie Entsprechendes aufgefallen. „Ich will dir das jetzt nicht sagen“, habe die Tochter auf ihre Nachfrage entgegnet. Im Nachhinein gesehen, sei da wohl der sexuelle Übergriff vorgefallen, vermutete sie. Das Paar nahm später seine Beziehung wieder auf. „Er ist grob, das ist seine Art“, hatte die Frau in ihrer Aussage vor der Polizei ihren damaligen Partner beschrieben, er sei aber nicht mehr gewalttätig gewesen. Auch bezüglich eines möglichen Kindesmissbrauchs durch den Kindsvater (dieses gesonderte Verfahren wurde eingestellt, dann wieder aufgenommen und ist momentan noch anhängig) belasteten die beiden Eltern den Angeklagten. Das Kind habe auch geschrien und um sich geschlagen, wenn es der Vater samstags von Ausflügen zurückbrachte. Da hatte das Paar sich aber bereits getrennt. Durch die Aussage der Hebamme der jungen Frau konnte ein möglicher Zeitpunkt für den Übergriff festgestellt werden. Auch sie glaubt, bei einem bestimmten Nachsorgetermin ein blutbeflecktes Laken gesehen zu haben. Die Frau habe ihr gesagt, ihr Mann habe am Vortag Sex gewollt – „und ich soll ihm sagen, dass sie noch keinen Geschlechtsverkehr haben darf“. Sie habe damals im Rahmen der Nachsorge aber keine genauere Untersuchung vorgenommen. Der Vertreter der Nebenklage, Dubravko Mandic, würdigte diese Aussagen als „sehr bedeutend“. In diesem Fall seien objektivierbare Aussagen besonders wichtig. Im Rahmen eines Beweisantrags ließ er unter anderem ein Attest für die psychotherapeutische Behandlung seiner Mandantin und ein Schreiben des Jugendamts in die Akten aufnehmen, das zeigt, dass der Angeklagte entgegen seiner Behauptung keinen Unterhalt für den Sohn gezahlt hat. In diesem Fall, in dem Aussage gegen Aussage steht, wird die Frage der Glaubwürdigkeit bei der Urteilsfindung zentral sein. Auf Antrag der Verteidiger Mathias Jablonski und Matthias May soll nun doch auch noch der Kinderarzt gehört werden. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. https://www.badische-zeitung.de/er-ist-grob-das-ist-seine-art–207445965.html Folgt mir auf Telegram https://t.me/Volksanwalt https://www.instagram.com/rechtsanwaltskanzlei_mandic/ https://dubravko-mandic.de

Rechtsanwalt Dubravko Mandic | Strafrecht
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