Prozessbericht Gruppe S 25.01.22

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Artikel für SN: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.rechtsterrorismus-paul-ludwig-und-die-sieben-psychiater.f1891be5-c9b2-4426-949f-c425a3e0f23f.html Beitrag vom Kollegen Jansen https://www.anwaltsbuero-im-hegarhaus.de/bgh-1-str-197-21-klarheit-im-umgang-mit-rechtsstaatswidriger-tatprovokation-durch-verdeckte-ermittler/ Psychiater begutachteten Paul-Ludwig U. bis 2016 mehrfach und bescheinigten ihm eine „emotional instabile Persönlichkeitsstörung“, ein „Borderline-Syndrom“. Nachdem er sich 1996 in der Innenstadt von Münster von der Polizei erschießen lassen wollen, Anwohner und Polizisten mit einer Schreckschusspistole bedrohte und schließlich einen der beiden Polizei-Unterhändler als Geisel nahm, bevor er überwältigt wurde – die siebte Straftat, die das Bundeszentralregister auflistet. Nummer neun von elf bis 2017: U. nahm 2002 zwei Pflegekräfte in einer Klinik als Geiseln, um seine Flucht zu erzwingen. Immer wieder verfügten Richter seit 1997, dass der heute 49-Jährige in psychiatrischen Kliniken untergebracht wurde, im sogenannten Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter. Bis 2016 Professor Hans-Ludwig Kröber kam. Als letzter Psychiater, der bisher ein Gutachten über U. vorlegte, sollte er vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht als Zeuge aussagen. Der 71-Jährige gilt manchen als Koryphäe auf dem Gebiet der forensischen Psychiatrie, anderen als Scharlatan, mit „sicherem Gespür für die Erwartungen des Auftraggebers“ von Gutachten. U., sagte Kröber in Stammheim, „hat Einfälle zu Aktionen, die andere sich nicht trauen“. An eine „kurzweilige, mitunter amüsante Zeit“ mit dem Angeklagten erinnerte er sich. An zwei Tagen habe er je eine Stunde mit dem verbracht, jeweils „abzüglich der Zeit von der Pforte bis zum Besprechungszimmer“. Das reichte aus, um das Urteil seiner Vorgutachter über den Haufen zu werfen und die Kollegen teilweise mit Häme zu überziehen: „Zusammenfassend ist also in einem Zwischenresümee festzuhalten, dass aus gutachterlicher Sicht bei Herrn U. keine Persönlichkeitsstruktur vorliegt, die die basalen (grundlegenden – die Red.) Kriterien einer Persönlichkeitsstörung erfüllt, schon gar nicht liegt eine schwere Persönlichkeitsstörung vor und ebenfalls keine Störung auf Borderline-Niveau.“ Die Diagnose pathologischen Narzissmus seines direkten Vorgutachters wirke „wie ein frisch aus dem Zylinder gezaubertes Kaninchen“. Auf die Verteidiger in diesem Verfahren wirken viele Aussagen, mit denen U. sich erst der Polizei als Spitzel andiente und dann seine Kumpane belastete, wie aus dem Hut gezaubert. Von den zwölf Angeklagten befinden sich zehn in Untersuchungshaft – U. nicht. Ob Kröber überprüft habe, was ihm sein Klient damals über seine Kindheit, über den behaupteten Missbrauch, über seine Erlebnisse erzählt habe, wollten einige wissen. Der Professor verneinte: Das sei nicht relevant gewesen. Anwalt Markus Berthold kam darauf etwas später zu sprechen: So beschrieb U., er habe als Kind in einer Fußballmannschaft gespielt, „zeitweise in der Bezirksliga“. Einmal habe der Großvater, zu dem er ein gestörtes Verhältnis gehabt habe, zugeschaut und sich voller Stolz mit den Vereinsoberen über seinen Enkel unterhalten. Nur, fand der Verteidiger heraus, in den Altersklassen für 9- bis 13-jährige wurden im hessischen Fußballverband seinerzeit gar keine Spiele auf dem Niveau Bezirksliga angeboten. Festnahme von acht Polizisten in zwei Streifenwagen Später war U. mit nur kurzen Unterbrechungen in Heimen an verschiedenen Orten untergebracht. Er hätten ständig den Verein wechseln müssen, was in jedem einzelnen Fall Sperren für den Einsatz in Spielen nach sich gezogen hätte. Das alles lässt seine angebliche Teilnahme an Ligaspielen höchst unplausibel erscheinen. Und: Der Verein in U.s früherem Wohnort hatte und hat gar keine Fußballmannschaft für Wettkämpfe. Oder: Zu einer erneuten Festnahme 2014 seien acht Polizisten in zwei Streifenwagen angerückt, brüstete sich U. in einer sogenannten Exploration, dem Gespräch zwischen Gutachter und Patient. Er habe die Polizei angerufen, um sich zu stellen. „Es ist nicht glaubhaft, dass die Polizei zwei Streifenwagen mit acht Beamten bis auf den letzten Platz besetzt, wenn sie weiß, dass sie noch einen Festgenommen transportieren muss. Zumal der Dienststelle weitere Fahrzeuge zur Verfügung standen“, wies Berthold auf diese unplausibele Darstellung hin. Gutachter, sagt sein Kollege Werner Siebers, „sind vor Gericht immer eine Wundertüte: Du weißt eigentlich nie, was du am Ende bekommst.“ Dabei scheint die Unterbringung psychisch kranker Straftäter im Maßregelvollzug ein immer drängenderes Problem in Deutschland zu sein. Letztmalig wurden verlässliche Daten dazu 2013 vom statistis https://www.instagram.com/invites/contact/?i=33rgw431tk6x&utm_content=mh28mjb https://instagram.com/markus.berthold.71?utm_medium=copy_link https://youtube.com/channel/UCc2BsbPTOqYSDy_hZyM11HA https://t.me/joinchat/AAAAAEciU4KflbUFIbYo9Q https://www.meinungsfreiheit-anwalt.de



(Quelle)